Wir schreiben das Jahr 397 v.Chr an der Ostküste Siziliens Nahe der griechischen Kleinstadt Catana. Etwa 200 karthagische Kriegsschiffe unter dem Admiral Himilko standen 180 Schiffen von Syrakus unter Dionysius I. gegenüber jedoch hatte sein Bruder Leptines das Kommando über die griechische Flotte. Es sollte der Tag werden an dem Karthago den Ruf der gefürchtetsten Navy der Antike erhielt, bis zum Aufstieg der Römischen Republik nach dem 1. Punischen Krieg 241 v.Chr. In einem Umzingelungsmanöver ähnlich wie bei Cannae 216 v.Chr. wurde die syrakusanische Flotte vernichtet. Sie verloren dabei 2/3 ihrer Navy insgesamt etwa 100 Schiffe zusammen mit mehr als 20.000 Griechen starben bei dem Gefecht. Es war die größte Niederlage die eine Griechische Flotte jemals erleiden sollte und sie hatte dazu noch fatale Auswirkungen; Syrakus sollte sich davon nie wieder erholen: Sizilien fiel im Laufe der kommenden Jahrzehnte in die Hände der Karthager mit Ausnahme von Syrakus selbst, die ab 307 v.Chr. zu einem Klientelstaat erklärt wurden und nicht ohne die Erlaubnis der Karthager Krieg führen durften.

Syrakus war für die Karthager schon länger ein Dorn im Auge, denn sie waren zu jener Zeit der mächtigste griechische Stadtstaat der antiken Welt mit der schlagkräftigsten Navy nachdem sie die Etrusker um 474 v.Chr. im Golf von Neapel besiegten und sogar die berüchtigte Flotte der Athener im Peloponnesischen Krieg 60 Jahre später. Sie waren am Höhepunkt ihrer Macht angelangt, ihr Einfluss reichte bis nach Norditalien und Griechenland selbst.

Die Syrakusaner hatten einen neuartigen Schiffstyp eigens für den Kampf gegen die Karthager entwickelt:
Die Quinquereme – eine Galeere mit 5 Ruderbänken. Sie war um einiges größer & stabiler als die bekannte Trireme jedoch aber auch viel schwerfälliger auf dem Wasser. Es sollte aber alles nichts nützen.
Die Karthager hingegen setzten auf kleinere leichte schnellere und manövrierfähige Schiffe als Syrakus – die altbewährte Trireme sowie die Quadrireme – ein Schiff mit 4 Ruderbänken – eine Entwicklung der Karthager im Konflikt gegen die Griechen.

Letzteres sollte sich als entscheidend bewähren, denn die schwerfälligen griechischen Schiffe wurden einfach ausmanövriert und versenkt. Der Plan von Syrakus war es mit purer Schiffsmasse das Zentrum der karthagischen Linie zu zermalmen dabei staffelten sie ihre Schiffe eng aneinander – exakt der identische Plan den die Römer in Cannae gegen Hannibal hatten. Jedoch erkannte der karthagische Admiral ihre Absichten und ließ seine agileren Galeeren mit großem Abstand zueinander aufstellen, so dass deren Angriff ins Leere lief und um Raum zum manövrieren zu haben. Ohne die Unterstützung kleinerer Schiffe waren die Syrakusaner den koordinierten Angriffen schutzlos ausgeliefert.

Verfasser:

Nizar Djerbiano
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